Die Anamnese

Die Anamnese erfordert eine besondere Geschicklichkeit und Beobachtungsgabe. Lassen wir vorab Dr.Samuel Hahnemann mit dem §153 aus dem „Organon der Heilkunst“ zu Worte kommen.

§ 153 des Organon:

Bei dieser Aufsuchung eines homöopathischen specifischen Heilmittels, das ist, bei dieser Gegeneinanderhaltung des Zeichen-Inbegriffs der natütlichen Krankheit gegen die Symptomenreihen der vorhandenen Arzneien, um unter diesen eine, dem zu heilenden Uebel in Aehnlichkeit entsprechende Kunstkrankheits-Potenz zu finden, sind die auffallendern, sonderlichen, ungewöhnlichen und eigentheitlichen (charakteristischen) Zeichen und Symptome des Krankheitsfalles, besonders und fast einzig fest in´s Auge zu fassen; denn <strong>vorzüglich diesen, müssen sehr ähnliche, in der Symptomenreihe der gesuchten Arznei entsprechen, wenn sie die passendste zur Heilung seyn soll. Die allgemeinern und unbestimmtern: Eßlust-Mangel, Kopfweh, Mattigkeit, unruhiger Schlaf, Unbehaglichkeit u.s.w. verdienen in dieser Allgemeinheit und wenn sie nicht näher bezeichnet sind, wenig Aufmerksamkeit, da man so atwas Allgemeines fast bei jeder Krankheit und jeder Arznei sieht.

Samuel Hahnemann

Die Anamnese erfordert einen sogenannten Spontanbericht des Tierhalters, bei dem die Beschwerden des Tieres aufgenommen werden beziehungsweise weshalb das Tier vorgestellt wird. Diesem Bericht folgen nun gezielte Fragen zu den Beschwerden, sowie die Beobachtung und die Untersuchung des Tieres. Zur Ursache der Beschwerden zählt auch, wann und wodurch sind die Symptome enstanden (zum Beispiel: seit der letzten Operation, nach dem letzten Fressen, seit dem Unfall oder dem Sturz vom Balkon, seit der letzten Impfung und anderem).

Haben sich Verhaltensauffälligkeiten seit der Erkrankung ergeben und wie äußern sich diese, wir sprechen hier von den Geistes- und Gemütssymptomen, d.h. es gilt das Tier genau zu beobachten. Jede Änderung im Verhalten, sei sie noch so geringfügig, ist wichtig und richtungsweisend für die Wahl des richtigen homöopathischen Arzneimittels.

Das gleiche gilt für die Modalitäten, die genau beobachtet werden müssen. Was sind Modalitäten? Modalitäten sind Umstände, die Symptome auslösen, verschlimmern, bessern oder wegnehmen.

Sehr hilfreich sind weiterhin Informationen über die Eltern und Geschwistertiere des erkrankten Tieres. Soweit es möglich ist, sind diese in Erfahrung zu bringen (Erbkrankheiten). Oftmals ist dies aber leider nicht möglich, zum Beispiel bei Tieren die ausgesetzt wurden oder die über Tierschutzorganisationen aus den benachbarten EU Ländern zu uns geholt worden sind und unsere Hilfe bedürfen.

Bisher verordnete Medikamente, sowohl schulmedizinische Medikamentation (zum Beispiel: Cortison, Antibiotika, Antidiuretika und andere), als auch naturheilkundliche Arznei (zum Beispiel: schon frühere homöopathische Arzneimittelgaben, naturbelassene Aufbaupräparate u.s.w.) werden in die Anamnese mit aufgenommen.

Auch die Haltungsbedingungen spielen eine große Rolle in der Anamnese. Bei nicht artgerechter oder falscher Haltung des Tieres wird unser so geliebtes Haustier krank. Hier ist der Tierhalter aufgefordert, seinem Haustier ein artgerechtes und liebevolles Zuhause zu schaffen.

 

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