Brechdurchfall Dackel Sir Nelson

Diarrhoe (Durchfall) und Erbrechen bei Dackelrüde Sir Nelson, Giardien?

Anfang Oktober 2011 meldete sich telefonisch die besorgte Halterin von einem Dackelrüden, dem kleinen Sir Nelson. Es bestand der Verdacht auf eine Wiederholungs-Erkrankung durch Giardien.

Zwischen Dezember 2010 und September 2011 waren bei Sir Nelson gleich drei tierärztliche Behandlungen gegen Giardien erfolgt. Der Rüde litt nun erneut unter Durchfall, Magenkrämpfen, Übelkeit und Erbrechen – wollte fressen, aber konnte es letztlich nicht mehr.Entsprechend, so berichteten die Tierhalter, hatte Sir Nelson in der letzten Zeit sehr abgebaut, natürlich keine Lust mehr zu spielen, schlief statt dessen viel. Noch am Vorabend des vereinbarten Termins in meiner homöopathischen Praxis wurde eine Infusion in einer Tierarztpraxis notwendig, um einer drohenden Dehydration vorzubeugen.

Sir Nelson besuchte mich am 06.10.2011. Statt eines erwarteten apathischen Patienten, überraschte der kleine Rüde durch viel Neugier und Interesse. Er schnuffelte alles ab und begab sich gleich zu den Resten des Katzenfutters meiner vier Kleinen und sammelte zu aller Verblüffung jeden noch so kleinen Krümel auf. Er war recht agil und die Halter sagten, das habe er seit Tagen nicht gemacht.

Sein Frauchen berichtete, dass, wenn er abends um 19.00 Uhr sein Futter bekäme, dieses komplett unverdaut um 02.00 Uhr nachts wieder ausbrechen würde. Wasser trinken interessierte ihn gar nicht mehr. Sein Durchfall war blutig hell.

Auf Anfrage hin, ob es sich denn bestätigt um Giardien handeln würde, berichteten die Halter, dass davon auszugehen wäre, zur Klärung aber eine Stuhlprobe entnommen worden sei. Da zunächst eine Kultur angelegt wurde, war mit dem Ergebnis erst in ein paar Tagen zu rechnen. Allerdings waren vom Tierarzt, aus welchen Gründen auch immer, erneut Antibiotika verordnet worden.

Antibiotika sei, so seine besorgten Halter, bereits bei den vorangegangenen Behandlungen gegen die Giardien verordnet worden. Für mich unverständlich, da Antibiotika keinerlei Wirkung auf Giardien haben, im Gegenteil, den durch die Giardien bereits angegriffenen Verdauungstrakt nur noch mehr schädigen!

Der Gesamtzustand, die vielen Antibiotikagaben und das Symptom “erbricht Speisen 7 Stunden später“ haben mich dazu veranlasst Sir Nelson erst einmal eine Gabe Sulfur C200 zu verabreichen um die Antibiotikagaben auszuschleichen, ihn zu entgiften.

Gleich am nächsten Morgen berichteten die Tierhalter, dass Sir Nelson am Abend gefressen und getrunken habe, auch im vertrauten Umfeld wieder etwas agiler geworden sei. Am Abend folgte ein weiterer Bericht, dass Sir Nelson mehrere kleine Abszesse bekommen habe. Betroffen waren die Hinterbeine sowie der Kopf-/Hals- Bereich. Diese Abszesse wuchsen recht schnell heraus.

Am 9.10.2011 verweigerte Sir Nelson sowohl Nahrung als auch Wasser, es folgte erbrechen von Schleim und Haaren. Die aufmerksamen Halter beobachteten, dass er im Magen-Darm-Bereich zu krampfen schien. Daraufhin bekam er Nux Vomica in einer niedrigen D-Potenz. Rasch ließ das Erbrechen nach, Appetit und Durst stellten sich ein. Er bekam nachfolgend, immer wenn die Übelkeit auftrat, eine Gabe Nux Vomica.

Die Abszesse brachen auf, um dann genau so zügig wieder abzuheilen. Um die Heilung der Haut zu unterstützen und den Juckreiz zu lindern bekam der kleine Rüde unterstützend Calendula Urtinktur (Verdünnung 1:3) zur äußerlichen Anwendung.

Eine Woche später berichteten die Halter, dass es dem kleinen Patienten super ginge, er wieder spielt und das Erbrechen komplett aufgehört habe – der Appetit entsprechend wieder da ist. Auch der Kot ist wieder normal, keine Anzeichen von Blut. Schließlich folgte das Ergebnis der Stuhlprobe: Sir Nelson hatte keine Giardien!

Hier stellt sich nun die Frage: Warum wurde dem Hund über diesen langen Zeitraum Antibiotika verordnet, sein kleiner Körper regelrecht damit vollgepumpt worden? Denn das scheint der einzige Grund gewesen zu sein, warum Sir Nelson so leiden musste, es ihm zunehmend schlechter ging. Sulfur ist ein hervorragendes Mittel um Antibiotika auszuschleichen und das ist geschehen, wie man an der beschriebenen Hautreaktion ersehen kann. Die parallel entstandene Übelkeit war auf eine Überlastung der Leber zurückzuführen, die das alles verstoffwechseln musste, um es nach draußen zu bringen. Diese ist dann durch das Nux Vomica in einer tiefen D- Potenz wieder in Schwung gebracht worden.

Sir Nelson war am 23.11.2011 das letzte Mal bei mir in der Praxis und ich konnte mich selbst davon überzeugen, dass alle Abszesse komplett abgeheilt sind, dass das Fell an den betroffenen Stellen ebenfalls wieder nachgewachsen ist. Er befindet sich in einem stabilen guten gesundheitlichen Zustand. Der tapfere Patient hat jetzt übrigens eine kleine Partnerin bekommen: Dackelhündin Naila. Sie waren beide gemeinsam zu Besuch. Grund war ein kleineres Problemchen bei der Zusammenführung – aber davon werde ich an anderer Stelle berichten.

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